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Der Planungsprozess: Der Blick in die Glaskugel

Geschrieben von Jens Eigenfeld am 29.01.2018
Jens Eigenfeld

Natürlich geht Ihr Unternehmen sicherlich planvoll und nicht spontan oder gar unstrukturiert vor. Meistens jedenfalls. Aber folgt es dabei einer zuvor festgelegten Vorgehensweise, oder ist der Plan für morgen das gestern Erreichte? Oder planen Sie zwar, aber in Ihrem Innern sind Sie überzeugt, dass Planen so ähnlich ist wie Glaskugellesen? – Nun, die Prognose der zukünftigen Unternehmensentwicklung enthält in der Tat Unsicherheiten, aber eben nicht nur.

Eine ganze Reihe von Parametern lassen sich in Planungsprozessen durchaus recht genau einschätzen und damit quantifizieren. Das gilt zum Beispiel für alle fixkostenlastigen Kostenarten. Und selbst der Bereich mit den vermeintlich größten Unsicherheiten, die Vertriebs- und Absatzplanung, enthält bei genauerem Hinsehen viele gut einschätzbare Elemente, die sich unter Umständen auch aus der statistischen Aufbereitung der bisherigen Entwicklung erkennen lassen. Mit anderen Worten: Die erforderlichen Informationen sind in den Daten Ihres Unternehmens oder in den Köpfen Ihrer Mitarbeiter sozusagen als „Rohstoff“ vorhanden, der nur ans Tageslicht des Bewusstseins gefördert werden muss.

 

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1 Die Vergangenheit

Jedes Unternehmen verfügt über eine strukturierte Datenbasis, die ein gut lesbares Bild seiner bisherigen Entwicklung liefert. Daraus entnehmen wir z.B. Trends der Umsatzentwicklung, die sich mit ein wenig Mühe auch für Teilmärkte, sogenannte regionale Segmente, erkennen lassen. In fast allen Fällen lassen sich zusätzlich Informationen finden, mit deren Hilfe auch Deckungsbeiträge für diese Segmente ermittelt werden können. Eine solche Struktur hilft, das Unternehmensbild plastischer und feinstreifiger entstehen zu lassen und bietet zusätzlich die Chance, neben der Transparenz über den Entwicklungspfad der Vergangenheit seine Fortschreibung in die Zukunft zu erarbeiten. Mit anderen Worten: Die sorgfältige Analyse der vorliegenden Ist-Daten liefert das Gerüst für die Prognose der Zukunft.

 

2 Planung der Ertragserwartungen

Planung ist allerdings nicht das einfache Fortschreiben der aus der Vergangenheitsanalyse erkannten Trends. Diese bilden lediglich die Basis für den Planungsprozess. Eine fundierte Planung ist beispielsweise zu ergänzen um sich abzeichnende Marktentwicklungen, vom Unternehmen eingeleitete Vertriebsanstrengungen oder auch von den Wettbewerbern durchgeführte Aktivitäten. Hier lassen sich mehrere Szenarien berechnen, die z.B. die Auswirkung von vorgenommenen oder unterlassenen Preiserhöhungen verdeutlichen. Oder es wird sichtbar, wie sich eine Investition auf die künftige Ertragslage sowie die Unternehmensliquidität auswirken wird. In jedem Fall gilt: Die mittels einer Unternehmensplanung gewonnene Transparenz hilft, die Zukunft sicherer zu managen.

 

3 Investition und Finanzierung

Investitionen und deren bedarfsgerechte Planung stellen einen bedeutenden Grundpfeiler für nahezu jedes Unternehmen dar. Das fängt bei der Gründung mit der Erstinvestition an und führt neben den irgendwann erforderlichen Ersatzinvestitionen zu Erweiterungen, Rationalisierungen oder Diversifikationen. Investitionsentscheidungen sind in jeder Lebensphase eines Unternehmens verantwortungsvoll und somit auf Basis einer nachvollziehbaren Investitions(vorteilhaftigkeits)rechnung zu treffen. Die fristenkongruente Finanzierung von langlebigen Wirtschaftsgütern ist nicht nur in der Theorie eine geforderte Prämisse. Die Praxis zeigt viel zu häufig den Fehler, dass kurzfristige Mittel in langfristige Wirtschaftsgüter gebunden werden, so dass dem Unternehmen für die Zukunftssicherung wichtige Liquidität fehlt.

Ein Investitionsplan hilft, die notwendigen Finanzierungsbedarfe transparent aufzuzeigen und bietet darüber hinaus eine Entscheidungshilfe, welche Finanzierungsformen genutzt und akquiriert werden sollen (Bankfinanzierung, Leasing, Mietkauf, etc.). Für potenzielle Finanzierungsgeber zeigt der Investitionsplan gepaart mit einer Vorteilhaftigkeitsrechnung im Zusammenhang mit der zukünftigen Ertrags- und Liquiditätsentwicklung sowohl den Nutzen der Investitionen als auch die Fähigkeit des Unternehmens auf, die Finanzierungsmittel zurückzuzahlen.

 

4 Liquiditätsplanung

Eine Cash-flow- oder Kapitalflussrechnung lässt sich aus jeder Ertrags- und Bilanzplanung indirekt ableiten und zeigt auf aggregierter Ebene übersichtlich die Liquiditätstreiber im Unternehmen. Erfolgreiche Planungssysteme zeichnen sich jedoch dadurch aus, dass die Zahlungsströme direkt aus den Eingaben der einzelnen Planannahmen ergeben. Wie wirkt sich eine Änderung des Zahlungsziels bei einem Kunden aus? Ergibt sich ein zusätzlicher Liquiditätsbedarf aus Sonderzahlungen für Personal? Welche Auswirkungen hat die Saisonkurve auf den unterjährigen Liquiditätsverlauf? Diese und zahlreiche weitere Sensitivitäten lassen sich zusätzlich über Szenarien modellhaft abbilden und helfen, den maximalen Kreditbedarf innerhalb der Betriebsmittel herzuleiten.

 

5 Erforderliche Unterlagen

Im Planungsprozess muss nicht alles neu erfunden werden. Viele Basisinformationen liegen bereits im Unternehmen vor. Häufig müssen diese nur wie in einem Puzzle zusammengefügt, analysiert und ggf. angepasst oder erweitert werden. Die Checkliste „Erforderliche Unterlagen“ gibt einen ersten Überblick, welche Informationen aus dem Unternehmen bzw. aus dem Steuerbüro erforderlich sind, um den Planungsprozess einzuleiten. Gelangen Sie hier zum Download der Checkliste.

 

Ausblick

Welche nachhaltigen Vorteile die Erstellung von Businessplänen im Unternehmensalltag bietet, zeigen wir Ihnen im nächsten Teil unserer BLOG-Reihe. Wenn Sie noch nicht zum AMB-BLOG angemeldet sind, können Sie dies mittels des Anmeldeformulars auf dieser Seite nachholen.

 

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